HRV steht für Herzfrequenz-Variabilität – und wenn du nur eine Zahl aus deinem Schlaftracker ernst nehmen willst, sollte es diese sein. Sie ist das beste Maß für deinen Regenerations-Zustand. Dieser Ratgeber erklärt, warum.
Dein Herz schlägt nicht wie ein Metronom. Zwischen zwei Schlägen liegen mal 820 ms, mal 790 ms, mal 860 ms. Diese kleinen Schwankungen nennt man Herzfrequenz-Variabilität (HRV). Je größer die Schwankungen, desto besser – denn sie zeigen, dass dein autonomes Nervensystem flexibel reagiert.
Ein kranker oder gestresster Körper hat eine starre Herzfrequenz. Ein erholter, gesunder Körper hat eine variable Herzfrequenz. Deshalb ist hohe HRV = gut, niedrige HRV = nicht gut.
Tagsüber schwankt deine HRV ständig: Stress, Kaffee, Treppensteigen, Meeting – alles drückt. Der einzige Zeitpunkt, an dem dein Körper einen Baseline-Wert zeigt, ist nachts. Deshalb messen alle guten Schlaftracker HRV in der Tiefschlafphase – das ist dein persönlicher Erholungs-Fingerabdruck.
Die meisten Schlaftracker zeigen einen einzelnen HRV-Wert – meist RMSSD (Root Mean Square of Successive Differences). Das ist die im Sport- und Recovery-Kontext gängigste Metrik. Andere Werte:
Für Alltags-Nutzer: RMSSD reicht komplett.
HRV sinkt natürlicherweise mit dem Alter. Untenstehende Werte sind RMSSD-Nachtwerte, gemessen in Millisekunden:
| Alter | Niedrig | Durchschnitt | Hoch |
|---|---|---|---|
| 20–30 | <35 ms | 50–70 ms | >90 ms |
| 30–40 | <30 ms | 40–60 ms | >80 ms |
| 40–50 | <25 ms | 35–55 ms | >70 ms |
| 50–60 | <20 ms | 30–45 ms | >60 ms |
| 60+ | <18 ms | 25–40 ms | >50 ms |
Aber: HRV ist extrem individuell. Zwei gesunde 35-Jährige können dauerhaft bei 40 bzw. 90 ms liegen – beides normal. Der absolute Wert interessiert weniger als dein persönlicher Trend.
Handgelenk (PPG) ist deutlich ungenauer als Finger (Ring) oder Brust (EKG-Gurt). Am präzisesten am Consumer-Markt:
Nicht täglich. HRV schwankt auch bei Gesunden um 20 % von Nacht zu Nacht. Sinnvolle Takte:
HRV ist die ehrlichste Zahl in deinem Schlaftracker. Ein fallender Trend ist oft der erste Warnhinweis, dass dein Körper überlastet ist – Wochen, bevor du dich tatsächlich krank fühlst. Lerne deinen Baseline-Wert, und nutze Ausreißer als Trigger zum Gegensteuern.